Alternative Geldsysteme Teil 2: Zeit ist Geld! Zeit wird Währung

Als Einleitung möchte ich mal die Frage stellen, wie es denn früher war? Geld war früher für viele nicht so flüssig vorhanden wie heutzutage. Dafür hatten die meisten das meiste selber, um den täglichen Bedarf decken zu können. Nur gewisse Dinge mußten zugekauft werden. Wie mir ein Bauer erzählt hat, war es früher so, daß nicht jeder alle Geräte gehabt hat. Wenn sich ein kleinerer Bauer oder ein anderer aus den unteren Gesellschaftsschichten für seine Zwecke von einem Bauern ein Fuhrwerk oder eine Gerätschaft ausgeborgt hat, so hat er dafür halt für diesen dann 2 Tage – je nach Vereinbarung – gearbeitet. Da ist gar kein Geld geflossen, allen war geholfen, jeder hatte etwas, was er brauchen konnte.

„Zeit ist Geld“!

Um für den Notfall eines Währungskollaps gerüstet zu sein, gibt es verschiedene Alternativen. Solche Alternativen können teilweise allerdings auch für die reale langfristige Wirtschaft eine sinnvolle Komponente des Wirtschaftens darstellen. Dafür sind unterschiedliche Systeme in unterschiedlichem Ausmaß geeignet.

Neben den bereits dargestellten alternativen zinseszinslosen Geldsystemen gibt es auch noch weitere alternative Systeme, die ein Wirtschaften ermöglichen.

Zum einen wäre hier der Naturalienhandel zu nennen.

In diesem Artikel möchte ich mich aber mit dem Konzept „Zeit ist Geld“ beschäftigen. Man kennt den Spruch. Doch was wäre, wenn man ihn komplett wörtlich nehmen würde?

Im Allgemeinen wird der Wert einer Ware oder Dienstleistung durch verschiedene Komponenten bestimmt. Zum einen gibt es einen Zeitverlust, den jeder Produzent einer Ware oder Erfüller einer Dienstleistung zu vermelden hat. Des weiteren kann es auch einen Materialverbrauch geben. Ebenso kann auch die Produktion selbst erheblichen Geldaufwand bedeuten (z. B. Verbrennen von Kohle beim Schmieden; Verbrauch an Energie beim Dörren von Obst). Des weiteren wird auch noch der Faktor Fachwissen von Belang sein, der ev. auch mit dem beruflichen Ruf in Verbindung steht. Genauso wie die Qualität der Ausführung der Realisierung eines Kaufobjekts (Produkt oder Dienstleistung (auch wenn eine Dienstleistung kein physisches Objekt darstellt, ist sie doch Objekt eines Kaufs bzw. Konsums)). Ebenso wird auch noch die Komponente Angebot und Nachfrage eine Rolle bei der Preisbildung spielen – genauso wie konkrete Vorstellungen des Anbieters und des Käufers bzgl. der Preisgestaltung.

Wir wollen uns hier einmal auf die Zeitkomponente konzentrieren. Wenn man sagt, daß jeder, der etwas leistet, einen Verlust an Zeit hat, dann ist das korrekt. Das Wirtschaften mit Zeit als Währung ist sicherlich nicht für jeden Bereich sinnvoll. Dieses Konzept läßt sich auf den Konsum von Gütern nur bedingt anwenden. Beispielsweise: wie kalkuliere ich die Produktion eines handgeschmiedeten Gartenzaunes? Wieviele Zeiteinheiten kalkuliere ich für die für das verbrauchte Material dabei, oder bei der Herstellung einer Küche (Ofen, Kästen, …).

Für Dienstleistungen ist dieses Konzept durchaus brauchbar!

Und zwar beruht das „Wirtschaften-mit-Zeit-als-Währung“-Konzept auf der Idee: „Ich mache dir das. Das dauert 3 h. Von irgendwem (oder auch mehreren) anderen aus dem selben Tauschkreis kann ich dann insgesamt 3 h konsumieren.“

Eventuell ließe sich auch ein gemischtes System aus Zeit-ist-Geld-Wirtschaftens mit anderen Währungsformen kombinieren: beispielsweise wird der Zeitaufwand immer mit Zeitschulden des Konsumenten gutgeschrieben, der Warenwert (Spritverbrauch, Produktionsmittelverschleiß, verlegte Leitungen, verwendetes Material) wird allerdings in Form einer anderen Währung entgolten (Goldstück, Naturalienhandel → mit einem Preis, der wiederum Vereinbarungssache ist oder Angebot und Nachfrage unterliegt).

Ich möchte hier auch alternative Konzepte in Bezug auf die Verwendbarkeit in Notzeiten explizit darstellen, damit keiner glaubt, wenn unser Geldsystem zusammenbricht (und alle Einschätzungen von ehrlichen und vertrauenswürdigen Fachleuten deuten in diese Richtung – genauso wie der Verstand, wenn man sich mit der Thematik eingehender beschäftigt hat) MUSS alles in Chaos und Blut und Gewalt versinken. DAS IST DEFINITIV NICHT DER FALL! Es gibt eine Menge brauchbarer Alternativen. Nur müssen die Menschen diese rechtzeitig kennen! Und diese müssen dann im Falle der Erfordernis solcher alternativer Systeme auch funktionstauglich in kurzer Zeit umgesetzt werden können. Das bedarf auch Bildung und Vorbereitung. Das sind Maßnahmen des Volksschutzes!

Stellen wir hier also das Konzept der Tauschkreise bzw. „Zeit als Währung“ näher dar.

<<In einem Tauschkreis oder Tauschring (auch Tauschzirkel, Zeittauschbörse, Nachbarschaftshilfeverein, LETS, Talentemarkt, Tauschnetz) werden vorrangig Dienstleistungen, gelegentlich auch Waren, ohne Einsatz gesetzlicher Zahlungsmittel zwischen den Teilnehmern getauscht.>>

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LETS: Local Exchange Trading System

Vancouver Island, Kanada, 1983: Als nach Abwanderung von Luftwaffe und Industrie die Arbeitslosigkeit stark anstieg, florierte der Tauschhandel. Für die Erfindung des „Green Dollars“ und die Einführung einer Tauschzentrale, die die Konten der Mitglieder verwaltete sowie die Angebote und Nachfragen sammelte und veröffentlichte, kann Michael Linton als Gründer der modernen Tauschsysteme gesehen werden.

Michael Linton zufolge müssen die folgenden 7 Kriterien erfüllt sein, damit man ein Netzwerk als LETS bezeichnen kann:

Es ist ein Non-Profit-System.

Bargeld wird weder ein- noch ausgezahlt.

Jeder beginnt sein Konto mit einem Null-Saldo.

Es gibt keine Kosten oder Einnahmen aus Zinsen.

Es besteht kein Zwang etwas zu kaufen oder zu verkaufen.

Die lokale Verrechnungseinheit ist wertmäßig an die Landeswährung gekoppelt (nicht zwingend).

Innerhalb aller Teilnehmer werden die Kontostände und Umsatzvolumen offengelegt.

Nicht alle sieben Punkte werden heute von allen LETS-Netzwerken gleich gesehen. Manche geben als Anreiz anfänglich ein Guthaben – bei Austritt muss das Konto wieder dieses Guthaben aufweisen. Und gerade die wertmäßige Koppelung an die Landeswährung wird häufig abgelehnt.

Bewertung der Arbeit

– Zeitbörse: Jede Tätigkeit wird als gleichwertig angesehen und demzufolge stellt die Verrechnungseinheit eine Referenz zur Zeit statt zur Landeswährung dar. Eine Stunde Baby-Sitting wird also genauso bewertet wie eine Stunde Programmierung. „Eine Stunde ist eine Stunde, ist eine Stunde, ist eine Stunde…“

– Leistungsbörse: Für „höher“ qualifizierte Tätigkeiten wird mehr angerechnet als für „einfache“. Allerdings ist die Spanne nicht so groß wie sonst üblich. Es kann sein, dass eine Maximalspanne von z. B. 2:1 festgelegt wird.

– Freies Aushandeln: Die Tauschpartner handeln den Wert der zu tauschenden Sache oder Tätigkeit frei aus, ohne Vorgaben vom Tauschring.

Am weitesten verbreitet ist eine Praxis, die im Wesentlichen der Zeitbörse entspricht. Allerdings ist es auch üblich, darüber hinaus relativ frei zu verhandeln, insbesondere um einzelnen Tauschpartnern, die eher Vertreter des Leistungsprinzips sind, etwas entgegenzukommen. Sehr strenge Vorgaben im Sinne einer Überreglementierung sind allgemein äußerst unbeliebt. Leistungsbörsen haben bisher größere Chancen, mehr gewerbliche Teilnehmer zu gewinnen.

Tauschringe und alternative Ökonomie

Nach Auffassung der Tauschringbefürworter kann die selbstorganisierte Form des Wirtschaftens in Tauschringen die Bedürfnisse der Teilnehmer oft besser erfüllen als das gewöhnliche geldförmige Wirtschaftssystem. Sowohl Befürworter als auch Kritiker von Tauschringen weisen darauf hin, dass wichtige Lebensbereiche wie Wohnen und Erwerbsarbeit von Tauschringen praktisch nicht erfasst werden und die Ziele alternativen Wirtschaftens nur innerhalb eines ökonomischen und gesellschaftlichen Gesamtkonzeptes zu verwirklichen seien. Ein Diskussionsthema ist in diesem Zusammenhang, inwieweit Tauschwährungen etwa durch Zinsfreiheit und lokale Gebundenheit Vorteile gegenüber gewöhnlichem Geld haben.

Grundlegend für die Verrechnung in Tauschringen mit Zeitwährung ist allein die aufgewendete Zeit der Teilnehmer. Tauschringbefürworter sehen in der Gleichbewertung aller Tätigkeiten einen Vorteil gegenüber dem üblichen geldförmigen Wirtschaften. Kritiker behaupten, dass in Zeittauschkreisen die Eigenschaften einer Marktstruktur von Angebot und Nachfrage weitgehend reproduziert werde, es somit nicht zwangsläufig eine Gleichstellung der Teilnehmer gebe. Kritisiert wird auch, dass die meisten Tauschringe einen Äquivalenztausch organisieren würden, der zum Beispiel vermehrt Hilfsbedürftigen nicht gerecht werde und keine grundlegende Alternative zum kapitalistischen Wirtschaftssystem darstelle (siehe auch Kapitalismuskritik).

>>

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tauschkreis

 

tauschkreise.at

„Unsere Tauschidee“

http://tauschkreise.at/?page_id=2

„Zeit statt Geld“

http://tauschkreise.at/?page_id=46

 

„Tauschkreise in Österreich“

http://www.sinnvolltaetigsein.at/tauschkreise

„Talentetauschkreis Niederösterreich“

http://tauschkreis.org/

Wien

„Talentetauschkreis Wien“

http://www.talentetauschkreis.at/

„Bei LETS Wien wird jetzt auch über Zeitwert-Gutscheine verrechnet“

http://www.waffeltausch.at/

„Talente-Tauschkreis Burgenland“

„Eine andere Art des miteinander Umgehens üben

Geben und Nehmen im Einklang

Unsere Währung ist die Lebenszeit

Entdecke deine Talente und die deiner Mitmenschen“

Quelle: http://gibundnimm.at/

Tauschkreis Mistelbach

<<Tauschkreis Mistelbach – „Wir tauschen – tausche mit!“>>

http://www.mistelbach.at/system/web/news.aspx?detailonr=222927407

„Tauschkreis Mistelbach – Geben was man kann und nehmen was man braucht“

http://www.mistelbach.at/system/web/news.aspx?detailonr=223895074&sprache=1

„Tauschkreis Region Mistelbach“

http://mistelbach.riskommunal.net/system/web/gelbeseite.aspx?typ=8&bezirkonr=0&detailonr=224140394&menuonr=219128883

Übersicht verschiedenster Tauschkreise auf der Seite des „Talente Tauschkreis Innviertel“

http://www.tauschkreis-innviertel.at/2_10_0/s_10_1/Innviertel-Links-.html

„Talente Tauschkreis Kärnten “

http://www.tauschkreis-kaernten.at/

 

„Tauschkreis-Verbund“

http://tauschkreis.at/

„Tauschkreissysteme in Österreich“

http://www.neuesgeld.com/page.php?id=29

Einige Tauschkreise aus Deutschland

„Essener Tauschkreis“

http://www.tauschen-ohne-geld.de/essen

„Tauschnetz Deutschland“

http://www.tauschnetz-deutschland.de/tauschkreise/

Einige Tauschkreise in der Schweiz

„TALENT – Komplementärwährung und Tauschkreis Schweiz“

http://www.talent.ch/

Übersicht über verschiedene schweizer Tauschkreise des Tauschkreises Wädenswil

http://www.tauschkreis.ch/andere.html

„INTERNATIONALES REGISTER FÜR TAUSCHKREISE, KOOPERATIVEN, ALTERNATIVE WIRTSCHAFT“

Hier finden sich Einträge für alle Bundesländer (z. B. Salzburg Tauschkreise Pongau, Flachgau, …) und auch internationale.

http://tauschkreise.at/?page_id=59
„Plattform für Zusammenarbeit regionaler Transaktionssysteme“

„Verein für Zusammenarbeit regionaler Tauschsysteme/Transaktionssysteme“

http://www.zart.org/198.0.html

 

 

Alle Artikel der Reihe „Alternative Geldsysteme“

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