Unsinnige und sinnvolle Wege des Denkens

Es gibt vielerlei Denkweisen, die weite Verbreitung haben. Hier möchte ich einige darlegen und sinnvolle Denkweisen weniger sinnvollen bis unheilvollen gegenüberstellen.

Das Unheil liegt bei den unheilvollen Denkweisen bereits in ihrem Fehler begraben. Es läßt sich nicht vermeiden, wenn man konsequent der fehlerhaften Denkweise treu bleibt.

Die sinnvollste und richtigste Denkweise ist meiner Ansicht nach das analysische neutrale Denken.

Weshalb, möchte ich jetzt an mehreren Beispielen ausführen.

Negativbeispiel: Personenbezogene Selbsthaxlstellung: „Weil DER das gesagt hat, deshalb kann die Idee nur Blödsinn sein oder deshalb will ich die Idee nicht.“

Träger dieser Idee: Viele unterschiedlichste Menschen; Extremisten gehören meistens auch dieser Denkweise an (beispielsweise erkennt man diese auch bei Nationalsozialisten oder Kommunisten gegenüber dem politischen Gegner, den man in dieser Weise gleich immer einer Kategorie zuordnet, nur weil er irgendwas so oder ähnlich sieht wie irgendwer der einmal zu dieser Gruppe gehört hat. Denn eigenständige Meinung darf in solchen Kreisen keiner haben. Da ist Konformität gefragt! Und du bist schneller wo „Mitglied“ bzw. zugehörig, ohne daß du es weißt, als dir lieb ist. Solange die Extremisten es in ihren Phantasien wissen, ist ja alles in Ordnung.).

Verbreitung dieser Denkweise: weit

Beispiele:

– Weil dieser Gedankengang vom PHILOSOPHEN/POLITIKER XY war, deshalb ist diese Idee Blödsinn oder schlecht oder negativ.

– Weil diese Idee von der Gruppe SOWIESO vertreten wird, deshalb kann diese Idee nur schlecht sein, weil das sind schlechte negative Leute.

=> Hier wird also nicht der Gedanke selbst beurteilt, sondern angeschwärzt, weil eine geistige Verbindung zu einer bestimmten Person oder Gruppierung hergestellt wird.

Denkhaltungsanalyse: Das ist eine Negation einer Person und einer Denkweise. Dabei wird auch eine Beziehung zwischen Gedanken und Urheber oder einer Person, die einen Gedanken vertritt oder verbreitet, hergestellt. Psychologisch betrachtet ist es eine Form des Auslöschungsversuches, gemäß einer früher in vielen Kulturen verbreiteten Praxis: Jemanden mit seiner gesamten Sippschaft ausrotten. Jemanden mit seiner gesamten Familie, insbesondere seinen Kindern, ausrotten. Etwas bestehendes zu Null machen. Ausrottung. Vernichtung. Der Gedanke dieses Menschen ist etwas, das von ihm zurückbleibt, das weiterleben kann, selbst wenn der Urheber des Gedankens bereits tot ist. Diese radikale Methode ist ein Auslöschen ALLER seiner Kinder, inklusive seiner Gedanken und Ideen. Es ist auch vergleichbar mit dem Zerschmettern seines Grabsteins und Schändung dessen Leichnams. „Sogar dieses Stück Fleisch oder Knochen ist noch zuviel, als daß es auf dieser Welt zurückbleiben dürfte.“

Eine sachliche Analyse des Gedankenganges wird nicht zugelassen, sondern gedanklich mit einer Person oder Gruppierung in Verbindung gebracht und gedanklich mit unterschiedlichen negativen Eigenschaften konnotiert. (Überlagerung)

Folgen: dies führt dazu, daß möglicherweise auch gute Lösungswege ev. von vornherein ausgeschlossen werden (wiederum mit all seinen Folgen).

Positivbeispiel:

Die einzig sinnvolle Denkweise ist ein analysisches neutrales Denken. Welche Eigenschaften hat eine Konstruktion, Struktur, etc. die auf einer gewissen Idee beruhen? Welche Folgen bringt die ungestörte Wirkungsweise dieses Systems hervor?

Kann man sich irgendeine Situation denken, wo die Anwendung des durch diese Idee verkörperten Prinzips gut und sinnvoll sein könnte? Wenn ja, zu welchen negativen Entwicklungen könnte ein solches ungestörtes System führen? Wie könnte man diesen Negativentwicklungen entgegenwirken?

Nun, zum Zwecke der Ausrottung einer Person, zu deren Schändung, Schlechtmachung oder Niedermachung ist die genannte Negativmethode natürlich geeignet. Als Weg einer sinnvollen, breiten und offenen Lösungsfindung jedoch nicht. Vielmehr läßt eine solche Denkweise auf eine gewisse Verbohrtheit rückschließen bzw. darauf sich in seinem Haß verlaufen zu haben.

Negativbeispiel: Der Mode anhängen und mit dem Strom schwimmen

Beispiele für den Ausdruck einer solchen Haltung:

– Das ist altfadrisch.

– Das ist von gestern.

– Das ist out und uncool.

– Das hat schon sooo einen Bart.

– Du bist mit dieser Anschauung völlig unmodern und in der Vergangenheit (16. Jh,“Zeit von Kaiser Franz Josef“) hängen geblieben.

Verbreitung dieser Denkweise: weit

Konkrete Beispiele:

Die Multikultur ist hipp und modern. Globalisierung ist zwar nicht hipp, aber modern und wenn auch schlecht, so trotzdem modern und cool. Integration ist cool, Abschiebung ist doof und out. Hausfrau sein ist uncool, altfadrisch, von gestern und out. Karrierefrau sein ist in und cool. Selbstversorgung ist bauernmäßig, Zeichen eines niedrigen Status und ein Relikt der Vergangenheit. Mit Geld alles kaufen zu können – das ist cool und modern. Strickpullover sind uncool. Ponchos sind in. Rosa ist uncool, in 5 Jahren wieder in. Erdtöne sind in, in 3 Jahren aber wieder out. Levis-Jeans sind cool, andere Jeans sind untermenschenartig. Die Marke xyz ist super, alles andere ist was für das Fußvolk. Hut zu tragen ist cool, in 10 Jahren wieder out. Vor 10 Jahren war es auch out. Lange Haare bei Männern sind cool, lange Haare bei Männern sind schwul (hättest du das mal zu einem Wikinger oder einem Sueben gesagt 😉 …). Gemeineigentum (z. B. Gemeinde, Staat, …) ist out, Privatisierung ist in. Volksbewußtsein ist out und rechtsradikal und fremdenfeindlich. Weltmenschentum ist toll und in. Bankenrettung ist in unc supercool. Bankenbankrott ist uncool und out. Enteignung bei den Mittelschichten und Unterschichten ist toll. Enteignung bei den Oberschichten ist out. Massenzwangsverschuldung ist in. Entschuldung und sinnvoll wirtschaften ist out. Arschkriechen ist in wie nie. Duckmäuseln und stad sein ebenso. Die Meinung sagen gehört sich nicht und muß zu einer Kündigung führen. Freie Meinungsäußerung ist von gestern. Der Zukunft gehört die Bankendiktatur. Ellbogengesellschaft ist in und gehört forciert. Rücksichtnahme und soziales Verhalten sind out und sollen der Bevölkerung ausgetrieben werden. Karrieremenschen sind super, weil sie sind unterwürfig, flexibel in jeder Hinsicht und auf sich bedacht. Wirtschaften für das allgemeine Wohl ist uncool und out – von gestern. Konsum auf Schulden und sich mit Krediten alle Träume zu erfüllen ist in. Gesund und sinnvoll wirtschaften ist out.

Positivbeispiel:

Die einzig sinnvolle Denkweise ist ein analysisches neutrales Denken. Wozu sollte es relevant sein, ob etwas gerade modern ist oder nicht, außer dafür ob man aufsteigt oder nicht weil man selbst in ist oder es auch nicht ist? Willst du Erfolg schwimme mit dem Strom und auf der Welle. Bricht die Welle dann ein bist du einer von vielen, die draufgezahlt haben. Dann bist du nämlich kein Trottel oder Depp, weil du es nicht erkannt hast, weil ja so viele andere auch keine Deppen sein können. Und wenn das zu dir wer dann sagt, daß du ein Depp warst deswegen, dann wirst du dich schnell an deine anderen Deppen-Freunde wenden, die es dir gleich gemacht haben, um diesen dann eine zu pracken wie es sich gehört. Denn „ich kann ja kein Depp sein“. Und wenn, dann soll es dir wenigstens keiner sagen. Wozu wir gleich zum nächsten Negativbeispiel kommen.

Negativbeispiel: Proletentum und Selbstdarstellung statt intelligentes Handeln

„Sich selbst hinterfragen ist was für Looser. Ich bin cool und alles was ich mache ist richtig – weil und solange ich es mache.“

„Was ich mache ist richtig und nicht zu bekriteln. Egal ob mein Handeln nun auf Nachdenken beruht oder eine irrationale emotionale moralisch fragwürdige Handlung darstellt.“

„Kritikfähigkeit? Was ist das? Wenn dir an mir was nicht paßt, dann paschts.“

„Paß auf, ich bin der Obertschango!“

„Kein Mann kann meinen Reizen widerstehen! Klimper, Klimper.“

Verbreitung dieser Denkweise: weit

Positivbeispiel: Die einzig sinnvolle Denkweise ist ein analysisches neutrales Denken. Mehr habe ich dem nicht hinzuzufügen. Außer: man muß zwar nicht immer kritikfähig sein oder über sich selbst diskutieren wollen, und auch nicht mit jedem über sich und sein Verhalten diskutieren müssen, aber eine gewisse Offenheit für ordnungsgemäß und auf anständige Weise vermittelte Kritik sollte schon vorhanden sein. Wer lieber hinhaut, als sich selbst zu hinterfragen, ist meistens nichts anderes als ein ganz ganz tiefer Prolet. Wenn einem jedoch nur jemand angreifen, herabwürdigen und provozieren will, ist es klar, daß dies Aggressionen auslöst. Jemanden dies zu unterstellen, nur damit man nicht auf Kritik einzugehen braucht, ist wieder etwas anderes. Dazwischen unterscheiden zu können bedarf es der genannten Denkfähigkeit.

Negativbeispiel: Als Axiom angenommene Blödheiten.
Beispiele:
– „Ein Kind gehört zu seiner Mutter; der Vater muß halt zahlen. Auch wenn er das Kind nur 2 Stunden alle 2 Wochen sehen darf.“
– „Eine Frau schlägt man nicht. Nicht einmal wenn sie einen Mann schlägt, darf der zurückschlagen, denn das kann ja eh nicht weh tun.“
=> Wieso sollte denn irgendein Mann so blöd sein, und sich von einem Menschen schlagen lassen, nur weil es sich dabei um eine Frau handelt? Hat dabei der Schmerz überhaupt die grundlegendste Bedeutung, oder schwingen bei einer Aktion des Schlagens nicht noch ganz andere Aspekte mit wie Angriff, Demütigung, die fremden Grenzen überschreiten, den anderen nicht respektieren? Ist davon auszugehen, daß nach einem bereits erfolgten Angriff kein weiterer mehr erfolgt? Wie kann man sich da sicher sein?
– „Das ist halt so. Da kann man nichts machen.“
– Mit Patienten im St. Anna Kinderspital haben viele Leute offenbar mehr Mitleid als mit erwachsenen Krebspatienten.
– Ein Kind erscheint vielen Menschen ausnahmslos unschuldig, obwohl viele mißachten, daß auch ein Kind bereits einen eigenen Charakter hat und genauso ein Arschloch sein kann wie Erwachsene.
– Wenn die Mehrheitsbevölkerung jemanden aufgrund seiner Herkunft verunglimpft oder beschimpft, dann ist das Rassismus. Wenn jemand aus einer Minderheit einen Angehörigen der Mehrheitsbevölkerung aufgrund seiner Herkunft verunglimpft oder beschimpft, dann ist das kein Rassismus. Rassismus geht immer nur in die eine Richtung, nämlich von vielen auf wenige.
Belege:
http://www.duden.de/rechtschreibung/Rassismus

Hier wird der Begriff „rassistisch“ den Begriffen ausländerfeindlich, fremdenfeindlich und xenophob gleichgesetzt:
http://www.duden.de/rechtschreibung/rassistisch

Noch ein Gustostück:
http://www.neras.de/html/rassismus.html
„Ein rassistischer Vorfall ist ein Vorfall, den das Opfer oder irgendjemand anders als rassistisch empfindet.“
=> Also, lächerlicher geht es ja wirklich nicht mehr. Wenn es irgendwer als rassistisch empfindet, der Betroffene selbst aber nicht, dann ist es trotzdem rassistisch. Also, als Vergleich: Wenn Person A sich denkt, Person B ist ein Arschloch, dann ist der per Definition ein Arschloch, nur weil irgendein einziger aus seinem persönlichen Empfinden das so wahrgenommen hat.

=> Meiner Ansicht nach kann Rassismus nur so definiet sein, daß irgendjemand, egal welcher Gruppierung er angehört, aufgrund der Rassenzugehörigkeit einen anderen ablehnt. Genau genommen kann man das nicht einmal auf Ausländer übertragen, denn das wäre dann ja ein Anti-Ausländer-Ismus. Der Ausländer könnte ja aus einem Nachbarland stammen, wo es kaum bis wenig äußerliche Unterscheidungsmerkmale gibt (z. B. USA – Kanada). Rassismus kann sich nur auf die Rasse beziehen.
Der Begriff Fremdenfeindlichkeit ist ebenfalls völlig falsch definiert, weil Fremdenfeindlichkeit, wie das Wort schon sagt, sich auf Fremde bezieht, nicht auf Ausländer. Fremdenfeindlichkeit muß folglich vorliegen, wenn jemand einen anderen „ansteigt“, weil er ihn nicht kennt, egal woher der ist.
Wenn er ihn ansteigt weil er aus einer anderen Ortschaft ist, dann ist das wieder etwas anderes. Das hat nämlich etwas mit der Herkunft zu tun und ist somit verwandt mit Ausländerfeindlichkeit. Nur, weil diese Themen alle eine gewisse Ähnlichkeit haben – Feindseligkeit und Ablehnung von Ausländern, von Leuten aus anderen Ortschaften, Bundesländern, Landesvierteln, wegen der Hautfarbe, … kann man das ganze doch nicht über den Kamm scheren und mit einem einheitlichen Begriff versehen. Außerdem ist ein gewaltiger Unterschied vorhanden zwischen „Abstand halten“, jemanden „ablehnen“, die Kommunikation mit jemanden generell zu verweigern oder auch jemanden zu mobben, zu beschimpfen oder gar körperlich anzugreifen oder mit dem Tode zu bedrohen.
Wer denkt denn nach bei solchen Definitionen. Haben die denn überhaupt kein Hirn?
Noch ein tolles Beispiel:
– Wenn ein Mann einen Witz über Frauen erzählt, so ist das sexistisch. Wenn eine Frau einen Witz über Männer erzählt, so ist das nicht sexistisch. Weil Sexismus geht immer nur von Männern in Richtung Frauen, nie umgekehrt.
– Wenn ein Angehöriger irgendeines Volkes einen Angehörigen des Volkes A (und zwar nur des Volkes A, nicht bei Volk B – Z) verunglimpft dann ist das anti-A-istisch. Wenn jedoch ein Angehöriger des Volkes A einen Angehörigen des Volkes B oder des Volkes C verunglimpft, dann ist das nicht anti-B-istisch oder anti-C-istisch. Denn diese Wörter gibt es gar nicht.
– Wenn jemand einen Angehörigen der Religion B (und nur der Religion B, nicht der Religion C oder F) verunglimpft, so ist derjenige ein Anti-B-ist. Wenn jemand einen Angehörigen einer anderen Religion verunglimpft, dann verstößt er nur gegen das allgemeine Menschenrecht.

Verbreitung dieser Denkweisen: viel zu weit.

Denkhaltungsanalyse: Durch den Axiomscharakter bzw. das Dogma oder Verpöntheitselemente wird eine Indiskutabilität erreicht. Das kann nicht sinnvoll sein.

Positivbeispiele brauche ich hier keine hinzuzufügen. Diese Ansichten richten sich von selbst, wenn man darüber nachdenkt. Das Idiotentum hat scheinbar in vielerlei gesellschaftlichen Bereichen den Sieg errungen.
Also, analytisches Denken kann bei diesem Punkt der blödsinnigen Axiome bereits helfen! Da braucht man nicht einmal sonderlich neutral sein. Analytisches Denken reicht hier schon!

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