Überwachung und Spionage

Wissen ist Macht. Ein Ausspruch, den viele nicht wirklich verstehen. Das liegt wahrscheinlich daran, daß nicht alles Wissen Macht im engeren Sinne bedeutet.

Wissen über andere Leute bringt dir Vorteile, wenn du diese Menschen manipulieren willst. Wenn du sie ausspionierst kannst du sie mit den Dingen konfrontieren, die ihnen zuwider sind, um sie zu zermürben, wie es beispielsweise Gang-Stalker machen, diese Freunde der arschlochmäßigen Kriegsführung und Huldiger des Arschlochtums und der Niedertracht. Oder du kannst sie in Situationen führen, die ihren persönlichen Schwächen entsprechen, damit sie sich sozusagen selber ein Bein stellen oder sich zu fall bringen, wie es beispielsweise auch die Gang-Stalker oder andere Arschlöcher machen. Mit dem Wissen, daß du über andere Leute hast, insbesondere wenn sie ihre Geheimnisse oder ihren persönlichen bzw. privaten Bereich betreffen, kann man diese Leute eventuell erpressen oder gefügig machen.

Den Gegner auszuspionieren, damit man ihn möglichst effektiv angreifen und besiegen kann ist ein Element der Kriegsführung. Umso bedenklicher ist es, wenn ein Staat zu diesen Mitteln greift um das eigene Volk zu überwachen. Metternich läßt grüßen. Die Leute haben sich damals in der Biedermaierzeit bekanntlich in ihre Häuslichkeit zurückgezogen. Wieso wohl. Diktatur hat noch kein anständiger oder normaler Mensch je gewollt oder begrüßt.

Man kann Überwachung natürlich auch als ein Mittel der Verteidigung betrachten. Das kann sie natürlich auch sein. Nur: sind Informationen einmal entwendet, hängt es ausschließlich vom Charakter des Inhabers dieser Informationen ab, ob er sie schadbringend gegen einen einsetzt oder nur zu einer einigermaßen legitimen Verteidigung der eigenen Sicherheit nutzt. Informationen können natürlich auch relativ einfach den Besitzer wechseln, weil dies ebenfalls wieder etwas ist, daß von Schwächen der Informationsinhaber abhängt, aber auch über Täuschung oder Erpressung relativ leicht zu beschaffen sein wird. Des weiteren dürfte heute zweifellos bewiesen sein, daß Datenschutz de facto nicht wirklich sicherzustellen ist, oder zumindest nicht einfach oder nicht mit hoher Sicherheit gewährleistet werden kann. Dies zum einen aufgrund der soeben genannten Gründe, auf der anderen Seite auch noch aufgrund von technologischen Gründen der modernen Zeit. Auch kann kein Haus wirklich einbruch- oder angriffssicher gestaltet werden.

Anstatt die eigene Bevölkerung zu überwachen, an einem Überwachungsstaat oder Polizeistaat zu arbeiten oder sich vor dem Nachbarland zu fürchten wäre es wohl sinnvoller, international an einem Verbot oder Reduktion von Massenvernichtungswaffen und Feuerwaffen zu arbeiten – also an allen Waffen, die wirklich gefährlich erscheinen, gegen die man sich schlecht wehren kann. Dann würde wohl auch die Angst von einem schnellen und vernichtenden oder extremschädigenden Angriff zurückgehen. Die Problematik ist hierbei allerdings eine ähnliche wie beim Datenschutz: man kann nur schwer sicherstellen, daß es dabei nicht zu Mißbrauch, Verbotsbruch oder einer nachfolgenden Eskalation kommt.

Somit müßte man wohl am meisten bei der „Reinheit“ bzw. Anständigkeit von Persönlichkeiten bzw. Charaktären ansetzen. Beim Willen zum Bösen, bei der Boshaftigkeit, bei der Niedertracht des Menschen. Das ist in unserer westlichen Gesellschaftsstruktur ja nicht gerade der Fall, die z. B. in der Wirtschaft eine Kultur des gnadenlosen Konkurrenzkampfs, des Überlebenskampfs, des Egoismus, des Arschlochtums, der Abhängigkeit und des Ellbogensiegers fördert.

Es sollte jedem bewußt sein, daß Überwachung also ein Mittel der Kriegsführung sein kann. Wer mit der Einstellung durchs Leben geht „Mir ist es egal, wenn ich überwacht werde. Das können die ruhig machen. Ich habe nichts zu verbergen.“ sollte auch wissen, daß diese naive Einstellung die entweder auf Dummheit oder auf einem grundlegenden Vertrauen in das allgemein Gute der gesamten Menschheit beruht ihm gravierend auf den Kopf fallen kann, und er mit dieser unbegründeten Sorglosigkeit indirekt auch alle anderen Menschen gefährdet, falls sich so eine Denkweise in die Mehrheitsdenkweise verwandeln sollte.

Wissen, Wissensgrenzen und Geheimhaltung sind wirklich extrem starke Elemente in der Domäne der Macht! Nicht umsonst halten sich Spionageinsitutionen bedeckt in der Freigabe oder Zugänglichmachung solchen Wissens über sich selbst, kennen aber keinen Genierer, wenn es darum geht, jedem Bürger bis ins Hirn rein zu schauen.

Tatsache ist, daß man nie weiß, was mit Informationen geschieht, die über einen gesammelt werden. Man weiß es einfach nicht. Und es könnte auch zu einem Datenraub kommen, und dann weiß man wieder nicht, an wem die gesammelten Informationen weitergehen (Mafia, Einbrechernetzwerk, Umstürzler mit diktatorischen und massenmörderischen Absichten?). Es könnte auch jemand anderer an die politische Macht kommen, der diese Daten, die bereits da sind, dann mißbräuchlicher behandelt als seine Vorgänger.

Was ebenfalls als sehr kritisch zu betrachten ist ist der sorglose Umgang mit Informationen in der Firma, in der man arbeitet. Auch hier kann es jederzeit zu einer Änderung des Führungsstils kommen, in der es plötzlich legitim ist, diverse Details über seine Mitarbeiter zu wissen: z. B. was mag jemand nicht. Wenn eine Firma sich beispielsweise Abfertigungen sparen will, dann kann sie danach trachten, einen Mitarbeiter dazu zu bringen, von sich aus zu kündigen, indem sie ihn auf eine Weise behandelt, die ihn nicht gefällt. Dies dürfte, wie man in der realen Welt sieht, mittlerweile keine unübliche Praxis mehr sein. Die ganze Psychogrammerstellungspraktiken, die mittlerweise in der Wirtschaft bereits bei einfachsten normalsten Bewerbungen üblich sind sind hierbei also eigentlich abzulehnen und verdienen einer kritischen Betrachtung wenn nicht gar Bekämpfung um des Schutzes der Individualitätsrechte willen.

Gerade die Persönlichkeitsrechte werden heute auch von verschiedenen extremistischen Gruppen entschieden bekämpft, die diktatorische Absichten verfolgen und eine erzwungene Einheitskultur nach ihrem Willen durchsetzen wollen. Persönlichkeit und Individualität oder Meinungsfreiheit haben in deren Anschauungen meist keinen Platz.

Transparent sein ist in. Transparenz wird aber üblicherweise nicht in beide Richtungen gepflegt. Eine solche Transparenz ist nichts anderes als ein reines Machtinstrument. Der Staat, die Firma, wollen alles über dich wissen. Jeder Mensch ist ein eigenes System, das nach eigenen Regeln funktioniert. Wer das jeweilige System versteht, kann es beherrschen, manipulieren, lenken, wenn er das will. Das ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr!

Insofern sollte man wirklich extrem vorsichtig mit den eigenen Daten umgehen und heute übliche Praktiken des sorglosen Umgangs mit persönlichen Daten als stark zweifelhaft betrachten. Wer hätte beispielsweise noch vor 15 Jahren einem Wildfremden einfach so erzählt, was seine Hobbies sind, womit er sich beschäftigt, was seine politischen Ansichten sind, ihm ein Foto von sich gegeben auf Anfrage und welche von den meisten persönlichen Freunden, die Telefonnummer gegeben und ihm auch noch gesagt, wo er wohnt. Heute ist es völlig normal, solche persönliche Informationen im Internet zu veröffentlichen, das ja so anonym ist, daß es für viele friedlich und ungefährlich erscheint. In Wirklichkeit ist es der Dschungel, und du kannst dir sicher sein, daß der, dem du vor 15 Jahren diese Daten über dich nie im Leben freiwillig preisgegeben hättest jetzt zugriff darauf hat über das Internet (Facebook, andere Social Media, Homepages, …).

Ebenfalls ist es sehr bedenklich, wenn man bedenkt, wie man heute oft indirekt genötigt oder direkt gezwungen wird, seine persönlichen Daten herzugeben. Beispiele sind hierbei der persönliche Fingerabdruck, wenn man nur einen Reisepaß ausgestellt haben möchte. Oder der eigene Name und die eigene Adresse, kombiniert mit der persönlichen Einkaufsliste, die sich heutzutage jede größere Handelskette holt, wenn man nur bei ihnen einkauft, nur weil man in den Genuß von Rabatten kommen möchte, die früher jedem einfach so zugestanden wurden.

Man kann nur hoffen, daß die Dummheit nie siegen wird, und daß die verbreitete Dummheit nicht der Masse auf den Kopf fallen wird.

PS: Ja, ich weiß, daß auch ich hier Informationen über mich preisgebe, z. B. wie ich denke. Aber es bleibt mir halt nichts anders übrig, wenn ich Positives in der Welt verbreiten will: bessere Ansätze, kritischere Denker, die sich für das Gute einsetzen anstatt das Negative verdrossen und ohnmächtig zu akzeptieren.

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